Letzter Eintrag : 28. März 2007.
Die Idee, Bildungseinrichtungen aufzubauen, welche die Grundsätze von NS/WS, friedliche Partnerschaft und Gleichberechtigung, realisieren, entstand mit der Geburt der ersten Kinder im Dorf. Eine binationale Kinderkrippe wurde eingerichtet und bald darauf ein Kindergarten und eine Grundschule, die einige Jahre später auch für Kinder von außerhalb des Dorfes geöffnet wurde. Heute gehen über 300 Kinder in die Schule und den Kindergarten; 90% von ihnen kommen aus umliegenden Ortschaften.
Die Schule von NS/WS ist die einzige vollständig zweisprachige Schule für jüdische und palästinensische Kinder in ganz Israel. Bereits in der Kinderkrippe und im Kindergarten sprechen die in Kooperation arbeitenden jüdischen und arabischen Erzieher/Innen ausschließlich in ihrer eigenen Sprache mit den Kindern; in der Schule wird diese Arbeitsweise fortgesetzt. Vom Kleinkindalter an beginnen die Kinder, sich ihrer Identität, ihrer Kultur und ihrer Traditionen bewußt zu werden. Dies geschieht in einer Atmosphäre der Offenheit und Toleranz, die die Kinder dazu ermutigt, einander zu akzeptieren und zu achten.
Die pädagogische Arbeit in NS/WS beruht auf folgenden Grundsätzen:
Gleichstarke Beteiligung von Juden und Palästinensern an der Verwaltung und am Unterricht;
Langfristige Bereitstellung von Einrichtungen, die die natürliche Begegnung von Kindern beider Völker im Alltag ermöglichen;
Gleichberechtigter Gebrauch von Hebräisch und Arabisch als Unterrichtssprachen;
Förderung der Identitätsbildung in den Kindern dadurch, daß man sie mit ihrer jeweiligen Kultur und Tradition vertraut macht und ihnen zugleich Achtung gegenüber der Tradition der jeweils anderen vermittelt.
1992 erhielt der Kindergarten die staatliche Anerkennung, 1993 die Schule - 9 Jahre nach ihrer Eröffnung. 1997 hat das Erziehungsministerium der Grundschule den Status einer “Versuchsschule” verliehen. Das bedeutet die Anerkennung der Schule als mögliches Modell für Projekte dieser Art in anderen Gegenden mit gemischt jüdisch-palästinensischer Bevölkerung. Wir sind davon überzeugt, daß frühzeitig beginnende Erziehung zur Verständigung zwischen beiden Völkern ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem stabilen Frieden ist.
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